Was heißt nebenberuflich selbstständig als Mama konkret?
Kurz gesagt: Nebenberuflich selbstständig als Mama heißt: Du startest klein – oft mit einem einzigen Kurs pro Woche – und behältst deinen bisherigen Job oder deine Elternzeit als Sicherheitsnetz. Du musst nichts kündigen, um anzufangen. Und du entscheidest selbst, ob und wann es mehr wird.
Viele Frauen denken bei Selbstständigkeit an den großen Sprung: kündigen, alles auf eine Karte setzen, hoffen. Genau das ist mit kleinen Kindern meistens keine gute Idee – und auch gar nicht nötig.
Der realistische Weg sieht anders aus: ein Kurs pro Woche, 60 Minuten, ein fester Termin. Das ist überschaubar, planbar und lässt sich neben Familie und altem Job stemmen. Wenn es läuft, kommt ein zweiter Kurs dazu. Wenn nicht, hast du nichts verloren, was du nicht verkraften kannst.
Warum gerade als Mama?
Weil du zwei Dinge mitbringst, die man nicht lernen kann.
Erstens: Du kennst deine Zielgruppe von innen. Du weißt, wie sich die ersten Monate anfühlen. Wie es ist, wenn man sich selbst hinten anstellt. Wie viel es bedeutet, einen Termin zu haben, der nur einem selbst gehört. Diese Glaubwürdigkeit kann keine Ausbildung ersetzen.
Zweitens: Dein Kind ist dabei. Das ist der Punkt, an dem für viele Mütter jede andere Rückkehr in den Job scheitert – die Betreuungsfrage. Bei einem Kurs mit Kinderwagen ist dein Kind einfach mit dabei.
Was du realistisch dafür brauchst
- Eine anerkannte Ausbildung. Ein Sportstudium ist nicht nötig, eine fundierte Trainerausbildung schon – besonders beim Thema Beckenboden und Rückbildung trägst du Verantwortung.
- Etwa zwei bis vier Stunden pro Woche zum Start. Kurszeit plus Vorbereitung plus Organisation.
- Die Bereitschaft, sichtbar zu sein. Du sprichst mit Hebammen, Kinderärztinnen, Mamas auf dem Spielplatz. Der Kurs füllt sich nicht von allein.
- Etwas Startkapital. Ausbildung, Lizenz, Material kosten Geld, bevor Geld hereinkommt.
- Die formalen Dinge: Gewerbeanmeldung, Steuernummer, Haftpflicht. Klingt nach viel, ist an einem Vormittag erledigt.
Was du vorher klären solltest
Damit es keine bösen Überraschungen gibt – das sagt dir sonst niemand so deutlich:
- Elterngeld: Wenn du während des Elterngeldbezugs Einkünfte hast, kann das die Höhe beeinflussen. Kläre das vorher mit der Elterngeldstelle.
- Dein Arbeitgeber: Nebentätigkeiten müssen häufig angezeigt oder genehmigt werden. Schau in deinen Arbeitsvertrag.
- Krankenversicherung: Bei nebenberuflicher Selbstständigkeit kann sich der Status ändern. Ein Anruf bei deiner Kasse schafft Klarheit.
- Steuern: Es gibt Vereinfachungen für kleine Einkünfte. Eine einmalige Beratung lohnt sich.
Diese Hinweise sind allgemein und ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung.
Was ehrlich nicht geht
Wir versprechen dir hier keine Zahlen, die wir nicht halten können:
- Ein Kurs pro Woche ist kein Gehalt. Es ist ein zweites Standbein. Wie viel möglich ist, hängt von Einwohnerzahl, Kursanzahl und Gruppengröße ab.
- Es gibt Saison. Draußen-Kurse laufen im Frühjahr und Sommer voller als im Januar. Wer das einplant, kommt gut durch den Winter.
- Der Anfang ist klein. Bei buggyFit waren es 2009 im Englischen Garten drei Frauen. Drei Wochen später zwölf, acht Monate später Wartelisten. Aber eben nicht in Woche eins.
Wenn du konkret rechnen willst: In unserem Einkommensrechner kannst du dein eigenes Szenario durchspielen – Gebietsgröße, Kurse pro Woche, Teilnehmerinnen. Da siehst du die Größenordnung selbst, ohne dass wir sie dir schönreden.
Wie ein sicherer Start aussieht
- Informieren – kostenloses Online-Webinar, etwa 60 Minuten, alle vier Wochen.
- Rechnen – realistisches Szenario für dein Gebiet durchspielen.
- Sprechen – persönliches Erstgespräch. Kein Verkaufsgespräch mit Druck, sondern die Frage, ob es zu deinem Leben passt.
- Ausbilden lassen – Trainerausbildung für dein erstes Konzept.
- Klein starten – ein Kurs pro Woche, so lange du willst.
Als buggyFit-Gebietsleiterin bekommst du dabei ein eigenes geschütztes Gebiet, die eingetragene Marke, fertige Kurskonzepte, Schulungen, Buchungssystem, deine eigene Standortseite – und eine Community aus rund 130 Frauen, die genau dasselbe machen.
Häufige Fragen
Kann ich während der Elternzeit nebenberuflich selbstständig sein?
In der Regel ja, in begrenztem Umfang. Kläre die Bedingungen vorher mit Arbeitgeber und Elterngeldstelle.
Wie viel Zeit muss ich einplanen?
Für einen Kurs pro Woche etwa zwei bis vier Stunden inklusive Vorbereitung und Organisation.
Was, wenn ich keine Sportausbildung habe?
Kein Problem – viele Gebietsleiterinnen sind Quereinsteigerinnen. Ein Studium ist nicht nötig, die passende Trainerausbildung schon.
Was, wenn mein Wunschgebiet vergeben ist?
Gebiete sind exklusiv. Es lohnt sich, früh zu fragen, was in deiner Region noch frei ist.
Kann ich später aufstocken?
Ja. Viele starten mit einem Kurs und bauen über Monate oder Jahre aus – im eigenen Tempo.