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Einsamkeit als Mama: Warum du damit nicht allein bist

Glückliche Mamagruppe in München mit Kinderwagen draußen.

Einsamkeit als Mama: Warum du damit nicht allein bist

Kurz gesagt: Ja, Einsamkeit als Mama ist normal – viele Frauen erleben sie gerade in der Elternzeit, wenn der Alltag plötzlich viel stiller wird als im Job. Besonders stark wird es oft, wenn du für Partner oder Beruf umgezogen bist und Familie oder alte Freundinnen weit weg sind. Was hilft: darüber sprechen, statt es zu verdrängen, und bewusst neue Kontakte suchen – zum Beispiel über einen Kurs mit anderen Mamas in ähnlicher Lebensphase. Hält das Gefühl an oder wird es zur dauerhaften Schwermut, ist das ein Zeichen, dir zusätzlich Unterstützung zu holen.

In vielen buggyFit Kursen kommt es immer wieder zu den gleichen Themen. Was Mamas eben so beschäftigt kurz nach der Entbindung: Baby, Windeln, Stillen, Beikost und Co.
Manchmal, gerade wenn die Mamies schon länger im Kurs sind, kommt es aber zu ganz anderen Gesprächen. Themen wie erste Regelblutung, Partnerschaft, Sexualität – und Einsamkeit.

Warum fühlst du dich als Mama manchmal so allein?

Einsamkeit ist ein großes, nicht zu unterschätzendes Thema unter uns Mamas. Irgendwann betrifft es fast jede, die eine mehr, die andere weniger. Heutzutage ist es üblich, für den Job die Heimat zu verlassen – das ist völlig in Ordnung, solange du selbst im Job bist. Bekommst du dann ein Kind und bist die ersten Monate in Elternzeit zu Hause, bist du plötzlich fast den ganzen Tag allein.

„Das erste Mal hab ich mich richtig einsam gefühlt, als ich allein auf einem Stadtfest war und mit beiden Kindern einen Sitzplatz gesucht habe, um ein paar Würstchen zu essen. Mein Mann war, wie alle paar Wochen, auf Dienstreise im Ausland. Alle Plätze waren von Familien reserviert, und wir haben unsere Würstchen dann am Straßenrand zu dritt gegessen. Mir war zum Heulen zumute, ich habe mich in meine 500 km weit entfernte Heimat gesehnt und mich gefragt, was ich hier eigentlich mache.“

Wird es besonders schwer, wenn du für die Familie umgezogen bist?

Ja – gerade im Wochenbett und in den ersten Monaten danach fehlt vielen Mamas genau das, was am meisten trägt: Menschen in der Nähe, die einfach mal vorbeikommen. Die Männer sind meist tagsüber bei der Arbeit, wie zuvor oft schon die Frau. Und die Stimmung ist – schon allein wegen der Hormone – abwechslungsreich.

„Bei mir kommt es immer auf meine Stimmung und auf den derzeitigen Stress drauf an … Ich bin vor ca. 10 Jahren nach Köln gezogen und fühle mich hier sehr ‚zu Hause‘, deshalb steht die Überlegung gar nicht, zurückzuziehen. Eigentlich bin ich stolz und es geht mir gut dabei, das mit den Kids ‚allein‘ hinzukriegen – da mein Mann viel arbeitet, fühlt es sich wirklich manchmal so an. Aber wenn ich bei anderen sehe, wie oft Oma, Opa oder Tante einspringen, bin ich schon oft etwas neidisch, wie unkompliziert es sein könnte.“

Was hilft gegen die Einsamkeit als Mama?

Oft sehnen wir uns in solchen Situationen „back to the roots“ zurück. Aber ein Umzug muss kein Verlust bleiben – er kann auch eine echte Chance sein, noch einmal ganz neu anzufangen. Wer aktiv neue Kontakte sucht, zum Beispiel über einen Kurs mit anderen Mamas, erlebt oft, wie schnell aus fremden Gesichtern vertraute werden.

  • Sprich es aktiv an – bei deiner Hebamme, im Freundeskreis oder in einer Mama-Gruppe.
  • Leg dir einen festen wöchentlichen Termin mit anderen Mamas zu, statt Kontakt dem Zufall zu überlassen.
  • Geh raus, auch wenn es nur ein kurzer Spaziergang mit Buggy ist – neue Gesichter triffst du selten von der Couch aus.
  • Gib neuen Kontakten Zeit: Vertrauen wächst über Wochen, nicht über einen einzigen Kaffee.

„Vor etwas mehr als 4 Jahren bin ich für meinen damaligen Freund, jetzt Mann, von zu Hause weggezogen. Die Schwiegereltern sind zwar vor Ort, aber durch Krankheit und Vollzeitjob nicht wirklich oft verfügbar. Ich bin schwanger umgezogen, deswegen war es echt erstaunlich leicht, neue Kontakte zu finden. Meine alten Freunde vermisse ich ab und an, aber ich habe viele neue kennengelernt. Durch mein eigenes Kind bin ich dann auch in die wunderbare Welt der Eltern-Baby-Kurse gerutscht. Ich fühle mich mittlerweile vollkommen wohl. Ab und an kommt etwas Wehmut auf, aber deutlich weniger als an anderen Wohnorten.“

Wann ist Einsamkeit mehr als eine Phase?

Ein einsamer Moment auf dem Stadtfest oder ein stiller Nachmittag gehören zur Elternzeit dazu und gehen meist wieder vorbei. Wird das Gefühl dagegen dauerhaft, mischt sich Traurigkeit oder Antriebslosigkeit dazu, sprich unbedingt mit deiner Hebamme, deiner Ärztin oder einer Physiotherapeutin darüber – das kann auch ein Hinweis auf eine Wochenbettdepression sein, und dafür gibt es gute Unterstützung.

Wie sind eure Erfahrungen? Seid ihr froh oder wehmütig, dass ihr von zu Hause weggezogen seid? Oder seid ihr daheim geblieben und würdet am liebsten weg? Wir sind gespannt auf eure Geschichten – teilt sie sehr gerne mit uns.

Dein buggyFit Team

Über die Autorin: Jana Wetterau-Kliebisch ist Physiotherapeutin und Gründerin von buggyFit. Seit 2009 begleitet sie Mamas durch Schwangerschaft, Rückbildung und die ersten Jahre mit Kind – mit ehrlichem Blick statt Perfektionsanspruch.

Häufige Fragen zu Einsamkeit als Mama

Ist es normal, sich als frischgebackene Mama einsam zu fühlen?

Ja, sehr sogar. Der Wechsel von einem strukturierten Arbeitsalltag mit Kolleginnen zu langen, stillen Tagen zu Hause ist für viele Frauen ein echter Einschnitt. Damit bist du nicht allein – auch wenn es sich gerade so anfühlt.

Warum wird die Einsamkeit besonders stark, wenn ich umgezogen bin?

Ohne Familie und alte Freundinnen in der Nähe fehlt genau das Netz, das in stressigen Phasen normalerweise auffängt. Neue Kontakte brauchen Zeit – und die entsteht oft erst, wenn du aktiv Orte aufsuchst, an denen andere Mamas in ähnlicher Situation sind.

Was kann ich konkret tun, wenn ich mich isoliert fühle?

Sprich offen darüber, statt es mit dir allein auszumachen – mit dem Partner, einer Freundin oder deiner Hebamme. Und such dir bewusst einen festen Termin pro Woche mit anderen Mamas, etwa einen Kurs, damit Kontakt nicht dem Zufall überlassen bleibt.

Hilft ein Mama-Kurs wirklich gegen Einsamkeit?

Viele Frauen berichten genau das: Aus dem gemeinsamen Training wird über die Wochen ein fester Anlaufpunkt mit vertrauten Gesichtern. Das ersetzt keine alten Freundschaften, aber es baut ein neues, verlässliches Stück Alltag auf.

Ab wann sollte ich mir professionelle Unterstützung holen?

Wenn sich zu der Einsamkeit anhaltende Traurigkeit, Erschöpfung oder Antriebslosigkeit gesellt und das über mehrere Wochen nicht besser wird, sprich mit deiner Hebamme, deiner Ärztin oder einer Physiotherapeutin. Das kann auch ein Zeichen für eine Wochenbettdepression sein.

Wie finde ich andere Mamas in meiner Nähe?

Kurse für Schwangere, Rückbildung oder Mama-Fitness sind ein guter erster Anlaufpunkt, weil sich dort Frauen in einer ganz ähnlichen Lebensphase treffen – meist entstehen daraus auch außerhalb des Kurses Kontakte.

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