Trotz-dem lieb ich Dich!

image122 Achherje, das schlimme Wort: Trotzphase!
Wer kennt es nicht, zumindest hat jeder schon mal das Wort an sich gehört. Verwandelt sich der kleine süße Schatz plötzlich in ein Monster? Was passiert mit meinem Kind? Hab ich etwas versäumt? Ist das mein Kind?… Das und noch einiges mehr hab ich mir meist gedacht, manchmal auch laut ausgesprochen…

Als Mama von 2 Kindern hab ich ja jetzt schon etwas Übung, und eine gewisse Vorb(elastung)ildung zum Thema.
Meine Tochter war ein Frühchen, immer sehr ruhig, viel am Schlafen, ausgeglichen und mangels Kraft nicht viel unterwegs. Sie war ein extrem braves und einfaches Kind (in Krabbelgruppen und Co hab ich mir mit ihr keine all zu guten Freundinnen gemacht… das nur am Rande). Sprichwörtlich hat sich das über Nacht geändert! Ganz genau kann ich mich noch daran erinnern, wie ich sie in der Früh eines verregneten kalten Tages, kurz nach ihrem 2. Geburtstag, aus ihrem Bettchen geholt habe und sie beim Augenaufschlag furchtbar wütend „NEIN“ geschriehen hat!
Ich war wie erstarrt, geschockt, versteinert! Hab ich mich doch in meinen vielen ruhigen Minuten (Kind Nr. 2 war zu dem Zeitpunkt gerade unterwegs) immer wieder erkundigt über diese Phase, dieses Wort, diesen Zustand, hab es aber (und da bin ich ehrlich- als Mama von damals 1 nem Kind) schlicht nicht geglaubt.
Mein kleiner Engel wird sich eventuell etwas aufbäumen, ab und zu mal ein kleines NEIN von sich geben aber ansonsten wird alles easy weiter laufen wie bisher- waren wir doch DAS eingespielteste Team der Nation!
Pustekuchen! Der Engel war weg, und hat sich eine zeitlang sehr sehr sporadisch bis überhaupt gar nicht mehr gezeigt.
Nun hab ich Psychologie in der Psychologenhochburg Wien studiert und mein altes Wissen versucht in meinem übermüdeten Gehirn raus zu kramen. Der Trotz, oder die Trotzphase, ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des Menschen. Selbstbehauptung, Entwicklung der Sprache, sozial-emotionale Entwicklung sind nur ein paar Schlagworte im Zusammenhang mit dem Thema Trotz.
Was hilft denn bei Trotzphasen:

  • Alkohol ist auch eine Lösung ;oP , in der Schwangerschaft aber nicht!
  • Sport ist immer eine Lösung, das tut auch dem noch ungeborenen Kind gut und dem trotzenden Kind sowieso. (zB am Laufrad mit zu „Fit durch die Schwangerschaft“ kommen) image133
  • Am besten hat bei uns das Begegnen auf Augenhöhe funktioniert. Dazu braucht Mama und Co allerdings Zeit und Kraft. Es zahlt sich jedoch aus!
  • Ich persönlich bin eine, die den Kindern auch meine eigenen Gefühle zeigt. Das hilft manchmal aber meistens nicht, schaden kann es aber nicht. Die Mama ist ja kein Stein!
  • Und viel Liebe, denn TROTZ -dem sind die Kleinen doch die Größten, und diese Sicherheit brauchen sie in jeder Lebenslage!

Julia von Travelingkinder dazu:

Ich wusste ja, dass es irgendwann zwischen dem 2. und 4. Lebensjahr passieren wird, doch als es dann wirklich soweit war, hat sie uns doch unvorbereitet getroffen: Die Trotzphase!

Die Trotzphase wird zu Recht auch Kleinkindpubertät genannt. Wutausbrüche, „Nein“, „Weg“, „Selber“ und Frustration, wenn es nicht funktioniert sind zeitweise an der Tagesordnung. Nicht jeder Tag ist so, aber es kommt vor und zerrt bisweilen unheimlich an den Nerven. In dieser Zeit sind die Kleinen zum Teil unheimlich süß, lieb, lernen viel und entwickeln sich rasend schnell, aber manchmal sind sie auch die reinsten Teufelchen. Was kann man tun?

Rat bei Freunden

Mein erster Schritt, Freunde mit älteren Kindern zu Rate ziehen, die Antworten möchte ich euch nicht vorenthalten und sind mit einem Augenzwinkern zu verstehen

  • Wein! Gilt doppelt für Wein, rot oder weiß, aber auch weinen versteckt sich in diesem klugen Ratschlag
  • Alkohol! Geht in die gleiche Richtung wie der erste Tipp.
  • Ohrenstöpsel! Auch eine Idee.
  • Der Hinweis egal was du machst, irgendwann ist es vorbei widerspricht meinem persönlichen Ehrgeiz “ Für jedes Problem muss es eine Lösung geben“
  • Die Nachricht von einer Freundin, deren Tochter in die erste Klasse geht: „die Trotzphase ging bei uns direkt in die Vorpubertät über “ versuche ich noch aus meinem Gedächtnis zu streichen.

Beruhigend und gleichzeitig beunruhigend zu wissen, dass es allen anderen auch so geht!

Das liebe Internet

Eigentlich bin ich kein Fan davon, mich bei Problemen mit Kind im Internet schlau zu machen, bisher hab ich mir Sachen abgeschaut und meinem Instinkt vertraut und das hat soweit ganz gut funktioniert. Diesmal hab ich aber dann doch ein bisschen rumgesucht und es war gut so.

Von allem was ich so gelesen habe, habe ich einiges sofort verworfen, ein paar Sachen ausprobiert und dann für mich ausgeschlossen, die Ratschläge, die dann noch übrig waren hab ich mir zu Herzen genommen, wende sie an und bei uns funktioniert es (manchmal)! Zumindest sind die Wutausbrüche weniger geworden.

Eine Weile hab ich gemeinsame Drogerie- und Supermarktbesuche ausgeschlossen, es war mir einfach zu anstrengend, mittlerweile geht es wieder.

Meine persönlichen Tipps und was ich definitiv lernen musste:

  • Die Trotzphase ist wichtig und gehört zur normalen Entwicklung dazu – gut zu wissen!
  • Trau deinem Kind mehr zu! – Seit ich meine Kleine in alles mit einbeziehe und dauert es noch so lange ist sie deutlich ausgeglichener. Egal ob es selbst in den Autostuhl klettern, Kartoffeln schälen, Tisch decken, Tasche tragen, Einkaufsliste „malen“, Socken anziehen oder Fenster putzen ist. Sie macht alles selbst und erst wenn ich von ihr dazu aufgefordert werde helfe ich ihr.
  • Der Satz: “ Bisher hat ein strenges Nein wunderbar funktioniert, jetzt bewirkt es das Gegenteil!“, kann ich absolut unterschrieben. Bisher war ich (denke ich)relativ streng und sie hat auch einigermaßen gehört, diese Zeiten sind momentan vorbei. Anscheinend sind zu viele Regeln in der Trotzphase kontraproduktiv. Na gut, dann beschränken wir uns im Moment wieder auf das Wesentliche, nur an der Hand über die Straße und ähnliches´. An Manieren arbeiten wir wieder nach der Trotzphase…
  • Lustigerweise konzentrieren sich Wutausbrüche ja auch das Beisein von Mama und Papa, im Kindergarten ist sie wohl ganz lieb und es gibt keine Probleme, na wenigstens etwas!
  • Ruhig bleiben ist das ah und oh, auch wenn es schwer fällt, bekomme ich zugegeben nicht immer hin, klappt aber besser als alles andere und trotz allem konsequent bleiben.

Denkt daran, alle anderen vor euch haben es auch schon überstanden, fragt mal bei euren Müttern nach und aus euch ist doch auch was geworden 😉

Julia V.
Ansonsten:

Durchhalten! Die nächste Phase kommt bestimmt! image222Entwicklungspsychologen sprechen jetzt übrigens von der „Autonomiephase“, das klingt doch schon mal viel besser und entspannter… fast so wie „Verhaltenskreativ“…
Wikipedia sagt dazu:

„Trotz ist ein Verhalten des Widerstands, welches sich in hartnäckigem, oft auch von heftigen Gefühlsausbrüchen begleitetem Beharren auf einer Meinung oder einem Recht äußert. Der Begriff Trotz (trotzen) war ursprünglich nicht negativ wertend, sondern bezeichnete allgemein Gegenwehr oder Standhaftigkeit.“

Eure Dani & Julia

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