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Sport in der Schwangerschaft – ein Erfahrungsbericht

Das Sport in der Schwangerschaft gut tut und mittlerweile ausdrücklich empfohlen wird, sofern eine komplikationslose Schwangerschaft vorliegt, ist schon längst kein Geheimnis mehr.

So bringt eine regelmäßige körperliche Aktivität doch viele Vorteile:

  • Weniger Rückenschmerzen und eine bessere Haltung
  • Besseres Körpergefühl auch für den Beckenboden
  • Aktivere Beckenbodenmuskulatur und damit seltener Probleme mit Inkontinenz
  • Geringere Gewichtszunahme und weniger Gewichtsprobleme nach der Schwangerschaft
  • Weniger Wassereinlagerungen und Muskelkrämpfe
  • Weniger Verstopfungen
  • Erholsamerer Schlaf
  • Verbesserte Sauerstoffaufnahme für Mutter und Baby
  • Bessere Blutversorgung des gesamten Körpers
  • Schnellerer Geburtsverlauf und weniger Schmerzen unter der Geburt
  • Schnellere Wiederherstellung der eigenen Fitness nach der Entbindung
  • Mehr Energie und eine bewusstere Ernährungsweise
  • Positive Stimmung und ein stabileres Selbstwertgefühl
  • Geringeres Risiko an schwangerschaftsbedingten Beschwerden zu erkranken wie z.B. Bluthochdruck oder Diabetes

Aber auch für das ungeborene Baby entstehen zahlreiche positiven Auswirkungen:

  • Babys von aktiven Schwangeren kommen nachweislich vitaler zur Welt
  • Das Schaukeln im Mutterleib beruhigt dein Baby
  • Die Sinnesorgane entwickeln sich besser
  • Die Babys sind leichter und weisen bei der Geburt einen geringeren Fettanteil auf
  • Geringere Rate von Übergewicht im Kindesalter

Das alles sind gute Gründe, auch in dieser besonderen Zeit nicht inaktiv zu werden, sondern etwas für sich und sein Baby zu tun.

Nach meiner jahrelangen Tätigkeit als Physiotherapeutin und Trainerin im prä- und postnatalen Bereich konnte ich nun den Selbstversuch starten, als ich selber zum ersten Mal schwanger geworden bin. Theorie und Praxis sind ja bekanntlich doch immer ein Stück weit voneinander entfernt. Nach zahlreichen Fortbildungen rund um Schwangerschaft und Sport, meines Studiums im Fitness und Gesundheitsbereich und meiner Abschlussarbeit, bei der ich die Auswirkungen von Sport in der Schwangerschaft im Zusammenhang von Gestationsdiabetes untersucht habe, war ich nun mehr als gespannt, wie es sich wohl praktisch anfühlt schwanger zu sporteln 😉.

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Gesagt getan. Glücklicherweise ging es mir gerade in den gefürchteten ersten Wochen eigentlich recht gut. Klar war mir mal etwas flau im Magen oder ich habe so manches Essen einfach nicht runtergebracht oder hatte Lust auf Dinge dich ich sonst eher nicht so gerne gegessen habe. Aber im Großen und Ganzen war ich echt froh, dass mich die ersten Wochen kaum eingeschränkt haben. Die oft beschriebene unendliche Müdigkeit konnte ich wunderbar mit meiner gewohnten körperlichen Aktivität besiegen und so ging es mir im ersten Trimester wirklich gut. Mein Sportprogramm musste ich kaum einschränken. Lediglich auf Skifahren und Klettern habe ich aber doch von Anfang an verzichtet. So hatte ich nun ein wenig Sorge mich zu verletzen. Aber ich denke, dass darf und muss auch jede werdende Mama für sich entscheiden. Nach den ersten 12 Wochen beginnt das absolute Wohlfühltrimester, wie es oft genannt wird. Wunderbar, so eine Schwangerschaft ist ja wirklich angenehm, war mein Gedanke. So ganz ohne Beschwerden und Bauch (auch dieser ließ nämlich noch eine ganze Weile auf sich warten) ist das ja ein Spaziergang. Aber: Weit gefehlt! Kaum waren die ersten 12, 13 Wochen rum und ich im hochgelobten „Wellness-Trimester“ angelangt, wurde ich erstmal so richtig krank. Nein, nichts Gefährliches sondern, eine Erkältung die heftiger war, als alle die ich bisher kannte. Aus einem normalen Schnupfen wurde eine Kieferhöhlenentzündung mit Fieberschüben und allem was dazu gehört. An Sport war erst einmal nicht zu denken, war ich doch froh, den Einkauf geschafft zu haben und mich nun endlich wieder ins Bett zu legen. Die ersten ein, zwei Wochen habe ich noch ganz gut hinbekommen. Mit viel Schlaf, Ruhe und ein paar Hausmittelchen welche in der Schwangerschaft eben erlaubt sind. Doch als auch nach dieser Zeit nicht wirklich eine Besserung in Sicht war, wurde ich wirklich ungeduldig. Normalerweise hätte man spätestens jetzt zu Medikamenten gegriffen, um das alles ganz schnell wieder loszuwerden. Nicht so aber in dieser Situation. Und so ging es muntere 12 Wochen so weiter – bis ich endlich wieder fit! Ich habe richtig gemerkt, wie mein Körper massiv mit der Umstellung von „nicht schwanger“ auf „schwanger“ zu kämpfen hatte und jegliche Reserven waren wohl plötzlich nicht mehr vorhanden. Hinzu kam sicherlich auch, dass das Immunsystem einer Schwangeren etwas „runtergefahren“ wird, um den Fötus bzw. Embryo, der ja auch zu 50% aus väterlichem „Material“ – also für den eigenen Körper fremdes Material – besteht nicht abzustoßen.

Young healthy pregnant woman doing yoga exercises in nature outdoors on green grass on fitness mat at sunset. Happy pregnancy and motherhood concept
Young healthy pregnant woman doing yoga exercises in nature outdoors on green grass on fitness mat at sunset. Happy pregnancy and motherhood concept

Doch nach dieser Durststrecke, die mir immerhin in den ersten zwölf Wochen erspart geblieben ist, ging es mir zum Glück wieder gut. So konnte ich fast weiterhin normal Sporttreiben und damit die kleinen Wehwehchen wie einen schmerzenden Rücken oder die Müdigkeit immer ganz schnell wieder vertreiben. Generell habe ich die Erfahrung gemacht, dass es mir nach dem Sport wirklich besser ging. Das Zwicken und Zwacken war verschwunden, ich habe mich voller Energie gefühlt und auch konnte ich meine Figur die Schwangerschaft ganz gut beibehalten – abgesehen vom Bauch natürlich 😉. Trotz der sommerlichen Hitze hatte ich nicht mit Wassereinlagerungen zu kämpfen und auch die Beweglichkeit ist mir weitestgehend erhalten geblieben. Natürlich konnte ich irgendwann nicht mehr Joggen, zum einen war es nicht mehr wirklich angenehm und ich wollte dies meinem Beckenboden nicht zusätzlich zumuten. Aber auch eine zügige Walking-Einheit tat gut und ich konnte danach tatsächlich besser schlafen. Einen verspannten Rücken konnte eigentlich immer mit ein paar Yoga- und Dehnübungen wegzaubern und auch die Puste blieb mir bis zum Ende Schwangerschaft recht gut erhalten.

Generell habe ich durch meine Schwangerschaft gelernt, noch mehr auf mich und meinen Körper und seine Signale zu hören. Klar ist Bewegung und körperliche Aktivität wichtig und gut, aber manchmal ist weniger mehr. So, hat es an manchen Tagen einfach gut getan ein wenig Atem- und Dehnübungen durchzuführen und wieder an anderen war man voller Energie, sodass man locker seine gewohnte Sporteinheit mit dem Rad oder Kräftigungsübungen z.B. mit dem eigenen Köper durchführen konnte.

Alles in allem kann ich die wissenschaftlichen Untersuchungen durchaus bejahen und alle werdenden Mamas motivieren, etwas Aktivität in diese besondere Zeit mit einzubauen. Selbstverständlich sollte dies natürlich immer von eurer Gynäkologin oder eurem Gynäkologen abgesegnet werden.

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Vielleicht sehen wir uns bald mal bei buggyFit in „Fit durch die Schwangerschaft“?!

Wir würden uns sehr freuen!!!

 

 

 

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