Momo und die grauen Zeitdiebe… Geld oder Medien?

Concentrated baby playing games with a smart phone on line sitting on a sofa in the living room at home

Wer von euch kennt eigentlich noch die grauen Zeitdiebe?
Werner Onken hat eine Interpretation in den 1986 (!!) Jahren dazu geschrieben die Herr Ende sogar dokumentiert hat:
„Geblendet von den Aussichten auf ein großes und immer noch mehr wachsendes Zeit-Vermögen verdrängt Herr Fusi die noch bestehenden Zweifel und macht sich mit Eifer daran, sein ganzes Leben zu rationalisieren und Zeit zu sparen: er unterhält sich nicht mehr mit seinen Kunden, sondern beschäftigt nun Arbeiter und Angestellte, die ihm beim Zeit-Sparen ‚helfen‘. Seine Kontakte zu Freunden und Verwandten bricht Herr Fusi ab (seine Mutter kommt in ein Altersheim, wo er sie nur noch einmal im Monat kurz besucht), weil sie ihn zu viel Zeit kosten. Aus dem gleichen Grund hört er auch auf, seinen kulturellen Interessen wie Singen und Lesen nachzugehen.“
Momo´s Geschichte ging damals um die Rationalisierung der Zeit und um das Anhäufen von Kapital, ich denke aber, mit dem Gedanken an unsere Medialisierung (TV, Handy, Tablet und Co) können wir diese Figuren auch heute, auf unsere Zeit anwenden. Versprechen Smartphone und Co eine Arbeitserleichterung, kosten sie uns doch Unmengen an Zeit. (Sag ich nun die am PC sitzt und gleichzeitig Facebook und Instagram am Smartphone bespielt…) Aber so ist es! Das ist die Realität, diese Medien kosten uns Zeit. Zeit die wir eigentlich ohne diese Dinge viel besser nutzen können. Zum Beispiel mit unseren Kindern.
Wie bringen wir unseren Kindern nun ein gesundes mediales Verhalten bei? Dazu brauchen wir kein Smartphone oder Fernseher, sondern ein funktionierendes Gehirn. Nämlich indem wir ihnen zeigen, wie schön es ist zu leben.
Ein heikles Thema, und ich habe eine klare Meinung dazu: NEIN Kinder  Fernsehen und Co, das passt nicht zusammen.
In der Kita höre ich Kommentare wie, „dann parke ich die Kids vorm Fernseher, und hab eine halbe Stunde Ruhe…“ oder Zeit zu kochen, putzen, …
Ja, muss auch sein. Kenn ich doch, und auch wir haben keine Putzfrau und sind beide in Vollzeit. Aber dennoch finde ich es nicht gut. Meine Kinder sind manchmal nervig, ich komm nicht dazu E-Mails zu beantworten, ich kann nicht mal 2 Minuten telefonieren ohne dass einer der Beiden laut losheult… Tja, das ist Realität, und es ist manchmal mühsam, anstrangend und , tja, nervig!

EXPERTINNEN Meinung dazu:

Frau Dr. Katharina Ebner, Wissenschaftlerin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, forscht unter anderem zu Digitalen Stress:

Dr. EbnerSmartphone, Tablet und PC sind aus dem Alltag einer Familie kaum wegzudenken, weswegen sich junge Eltern die Frage stellen, ob und wann sie ihre Kinder damit konfrontieren. Um (Klein-) Kinder vor Schäden durch eine allzu früher Exposition zu schützen, rät die Amerikanische Pediaterakademie (AAP) grundsätzlich von Medienkonsum bei Kleinkindern unter zwei Jahren ab, da damit keinerlei positiver Nutzen verbunden ist und gleichzeitig schädliche Einflüsse auf die Entwicklung des Kindes zu befürchten sind. Ab einem Alter von etwa 6 Jahren kann es sein, dass Kinder mit Medien und dem Internet sogar lernen. Zunehmend bedienen sich auch Lehrer im Klassenzimmer digitaler Medien, um Kindern den Unterrichtsstoff zu vermitteln. Bis dahin sollte gelten, dass ein vernünftiger, von den Eltern angeleiteter und gesteuerter Medieneinsatz im Kindesalter möglich ist – mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit wird dieser beispielsweise für eine spätere Internet- oder Spielesucht verantwortlich sein. Mit den sozialen Medien kann spielerisches Lernen bunt, vielfältig und anregend gestaltet werden. Auch wenn Smartphone und Co. im Kinderzimmer kein ständiges Zuhause finden sollten, kann man sie ab einem gewissen Alter des Kindes unter Aufsicht anbieten und seinem Kind eine vernünftige Auseinandersetzung mit dieser  zentralen Technologie unserer Zeit ermöglichen.

Warum ich so dagegen bin, möchte ich euch gern erklären;
Eine (Medien-) Sucht entsteht nicht von heute auf morgen, sondern ist ein schleichender Prozess. Wenn du zu Beispiel Deinem Kind schon sehr früh vermittelst, dass das Mittel gegen Langeweile, Frust oder Ärger der Fernseher oder das Smartphone ist, ist eine „Sucht“- also dieses Verlangen nach Belustigung, Trost und oder sogar Zuspruch durch den Fernsehr oder das Smartphone, vorprogrammiert.
Wissenschaftlich erwiesen ist; Kinder die viel vor Medien verbingen neigen eher zu Fettleibigkeit, Trägheit und sind z.B. in ihrer sprachlichen Entwicklung hinterher. Sie werden eher zu Einzelgängern und finden schlecht Anschluss in einer fremdem Umgebung. Der Fluchtweg dieser Kinder ist wieder, z.B. vor den Fersehr.

Woman and little crying girl holding phone looking at camera. Horizontal indoors shot.

Kinder können das Gesehene jedoch nicht richtig verarbeiten, es kommt ungefiltert bei ihnen an und sie sind verloren und gleichzeitig angezogen von dem medialen Phänomen. Schon in den frühesten Jahren kann ein Suchtverhalten entstehen, welches sehr schwer wieder zu beheben ist, denn: Medien sind überall! Eine Gruppe von betroffenen Eltern hat eine Selbsthilfegruppe dazu gegründet, und schreibt über ihre Erfahrungen (ihre Kinder an z.B. Computerspiele zu verlieren) dazu.

„Wir dürfen weder die Köpfe noch die Gesundheit unserer Kinder dem Markt überlassen.“ Manfred Spitzer warnt vor den Gesundheitsgefahren der digitalen Technik und erklärt, wie wir uns schützen können.
Insbesondere Kinder sind betroffen. Ihr digitalisierter Alltag, von wohlmeinenden, aber kurzsichtigen Eltern oft noch gefördert, macht die Kinder dick, dumm und faul. Dagegen hilft nur Aufklärung, digitale Diät und das Aufzeigen von Alternativen. Das analoge Leben ist gesünder und spannender. Rund 1,2 Millionen der 3 bis 8-jährigen Kinder sind regelmäßig online und können der Werbung und den wirtschaftlichen Interessen der Cyberlobby kaum widerstehen. Und ihre Datenspuren werden wie die der Erwachsenen ausgewertet, verkauft, missbraucht. Doch noch viel gravierender ist der Schaden, der in den Köpfen von Kindern und Jugendlichen angerichtet wird!“ Quelle: aktiv gegen Mediensucht

Keine Arbeit der Welt kann das Lachen Deines Kindes aufwiegen, welches Du vermisst weil Du dir die Zeit nicht genommen hast. Genieße Deine Zeit mit Deinem kleinen Schatz in vollen Zügen, es geht sehr schnell vorbei und ist dann unwiederbringlich weg! Setz Dich, anstatt das Kind vor den Fernseher, mit Deinem Schatz hin und genieße die Zeit! Hier ein paar Alternativen zum Medienkonsum:

  • zusammen lesen
  • zusammen malen
  • lass dein Kind in Ruhe alleine spielen
  • zusammen spielen
  • raus gehen, Ausflüge machen
  • zusammen Medien konsumieren und die Lieblinge nachbasteln oder malen, auch zB als Kostüm
  • quatsch zusammen machen
  • phantasie Geschichten zusammen erfinden und dazu Bilder malen
  • Knetmasse, Wasserfarben, Fingerfarben
    Mother and her child playing together. Girl and mom in Superhero costume. Mum and kid having fun, smiling and hugging. Family holiday and togetherness.
    „Du bist meine Superheldin, Mama!“

    Es bringt allerdings auch nichts alles zu verteufeln. Bei der Medienerziehung kannst Du Dein Kind auch mal ruhig als Expertin oder Experten betrachten, Dein Kind kann Dir erklären warum sie eine bestimmte Sendung oder einen Charakter so toll findet und um was es genau geht. Wenn wir unsere Kinder in unserer digitalisierten Welt nicht alleine lassen und mit ihnen, als gutes Beispiel voran, gehen dann erziehen wir in die richtige Richtung. Oder wie hat oder wird Dein Kind laufen lernen? Es schaut sich ab wie Du oder Andere das machen, und genauso lernt es den Umgang mit, z.B. den Medien, Du, als der Superheld Deines Kindes, machst es vor, vergiss es nicht wenn Du das nächste Mal Deinem Kind mit dem Handy in der Hand und den Augen am Bildschirm eine Frage beantwortest- ich versuche es auch und bemühe mich in Zukunft noch mehr die Superheldin meiner 2 Süßen zu bleiben!

Deine Dani von buggyFit Nürnberg
(das war einstweilen mein letzter Blogbeitrag, ich muss mich von der digitalen Welt lösen ;o) und einfach irgendwo anfangen, es kommen aber bestimmt noch hi und da Gastbeiträge… vielen Dank für eure Aufmerksamkeit ihr Lieben!)

 

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