Aktuell leider keine Kurse an diesem Standort

Rückbildung beim zweiten Kind und danach: Jetzt erst recht!

Rückbildung beim zweiten Kind und danach: Jetzt erst recht!

Kurz gesagt: Rückbildung beim zweiten Kind ist genauso wichtig wie beim ersten – und beim dritten oder vierten Kind ebenso. Dein Bindegewebe und dein Beckenboden „merken“ sich jede vorherige Schwangerschaft und Geburt, auch wenn du dich äußerlich fit fühlst. Deshalb setzt buggyFit vor dem Trainingsstart mindestens 3 Stunden Rückbildung voraus – egal, ob es dein erstes oder viertes Kind ist. Wer diese Zeit für sich beansprucht, schützt sich vor Beschwerden, die oft erst Jahre später auftauchen.

Ist Rückbildung beim zweiten Kind wirklich noch nötig?

Ja. Nach unserer Erfahrung besuchen fast alle Mamas beim ersten Kind einen Rückbildungskurs – beim zweiten oder dritten Kind sieht das schon anders aus, oft mit der Begründung: „Ich weiß ja noch alles vom ersten Kind.“ Verständlich, aber Wissen ersetzt kein Üben und Trainieren. Der Beckenboden muss nach jeder Schwangerschaft und Geburt erneut lernen, aktiv zu werden, um sportlicher Belastung standzuhalten.

Warum reicht „ich weiß es ja schon vom ersten Kind“ nicht aus?

Auch wenn du beim ersten Kind fleißig warst: Dein Körper hat sich die erste Schwangerschaft und Geburt „gemerkt“ – und dein Binde- und Muskelgewebe leider auch. Das heißt, deine Stabilität ist von vornherein schon etwas geringer als bei Frauen ohne Kinder. Genau deshalb darfst du die Rückbildungsgymnastik auch beim kleinen Geschwisterchen nicht schleifen lassen. Jede weitere Schwangerschaft belastet Beckenboden, Bauchmuskulatur und Bindegewebe erneut – unabhängig davon, wie gut du beim letzten Mal trainiert hast.

Woran erkennst du, dass dein Beckenboden noch nicht bereit für mehr Belastung ist?

Typische Warnzeichen sind:

  • Ungewollter Urinverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder Springen
  • Ein Druck- oder Schweregefühl im Unterbauch
  • Rückenschmerzen, die sich bei Belastung verstärken

Bemerkst du eines dieser Anzeichen, ist das kein Grund zur Panik, aber ein klares Signal: Nimm dir zuerst die Zeit für die Rückbildung, bevor du mit intensiverem Training startest.

Was passiert, wenn ich die Rückbildung nach mehreren Kindern auslasse?

Viele Beschwerden eines instabilen Beckenbodens zeigen sich nicht sofort, sondern erst Jahre später – oft dann, wenn die „Kleinen“ schon längst aus dem Haus sind. Der Leidensdruck ist dann oft groß: Viele Frauen, die eine erfahrene Physiotherapeutin mit Beschwerden wie Inkontinenz betreut, hätten sich im Nachhinein mehr Aufklärung direkt nach der Geburt gewünscht. Genau deshalb sprechen wir das Thema bei buggyFit offen an, statt es zu übergehen: Lieber ein unangenehmes Gespräch heute als jahrelange Beschwerden, die sich hätten vermeiden lassen.

Wann kannst du frühestens mit der Rückbildung starten?

Nach einer vaginalen Geburt ist ein Start nach etwa 6 bis 8 Wochen üblich, nach einem Kaiserschnitt nach etwa 8 bis 12 Wochen – dein Körper braucht diese Zeit, um erst einmal zu heilen. Bestehen danach weiterhin Beschwerden oder spürst du Veränderungen, die auf einen geschwächten Beckenboden hindeuten, ist der nächste Schritt ein Gespräch mit deiner Frauenärztin, Hebamme oder einer spezialisierten Physiotherapeutin. Das gilt bei jedem Kind aufs Neue – auch wenn du beim ersten Mal schon alle Übungen kanntest.

Wir wissen: Gerade wenn schon größere Geschwisterkinder da sind, ist es nicht leicht, sich diese Zeit zu nehmen. Trotzdem unser gut gemeinter Rat: Nimm sie dir. Vielleicht kann der Papa mal abends auf die Kleinen aufpassen, während du eine Stunde in der Woche einfach nur Zeit für dich hast. Das klingt nach wenig, macht auf Dauer aber einen großen Unterschied – für deinen Beckenboden genauso wie für deinen Kopf.

Mehr zum Ablauf und zur Dauer findest du in Rückbildungskurs: Wann starten, wie lange – und was kommt danach?. Bemerkst du schon jetzt ungewollten Urinverlust, lies auch Ein paar Tröpfchen sind doch normal, oder nicht?. Und wenn dein letztes Kind per Kaiserschnitt zur Welt kam, findest du hier die passenden Zeitangaben: Sport nach Kaiserschnitt: Wann du wieder starten kannst – und wie.

Du möchtest buggyFit erst einmal ausprobieren? Wähle auf www.buggyfit.de deine Stadt aus und melde dich zum kostenlosen und unverbindlichen Probetraining an.

Über die Autorin

Jana Wetterau-Kliebisch ist Physiotherapeutin und Gründerin von buggyFit. Seit 2009 begleitet sie Mamas dabei, nach der Geburt wieder Kraft, Energie und Selbstvertrauen zu finden – mit Bewegung, die zum Familienalltag passt.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Stunden Rückbildung setzt buggyFit vor dem Trainingsstart voraus?

Mindestens 3 Stunden Rückbildung, abgeschlossen oder zumindest begonnen – unabhängig davon, ob es dein erstes oder viertes Kind ist.

Wann kann ich frühestens mit der Rückbildung starten?

Nach einer vaginalen Geburt in der Regel nach 6 bis 8 Wochen, nach einem Kaiserschnitt nach 8 bis 12 Wochen – jeweils nach Rücksprache mit deiner Hebamme oder Ärztin.

Was hat ein geschwächter Beckenboden mit Inkontinenz zu tun?

Ein instabiler Beckenboden kann dazu führen, dass die Blase nicht mehr richtig gehalten wird und schon bei kleiner Belastung wie Husten oder Springen Urin verloren geht. Beschwerden zeigen sich oft nicht sofort, sondern erst Jahre später – gezieltes Beckenbodentraining kann dem vorbeugen.

Reicht es, wenn ich beim ersten Kind schon einen Rückbildungskurs gemacht habe?

Nein. Jede weitere Schwangerschaft und Geburt beansprucht Beckenboden sowie Binde- und Muskelgewebe erneut – Wissen vom ersten Mal ersetzt das erneute Training nicht.

An wen wende ich mich, wenn ich Beschwerden wie ungewollten Urinverlust bemerke?

An deine Frauenärztin, deine Hebamme oder eine auf den Beckenboden spezialisierte Physiotherapeutin – je früher, desto besser lässt sich gegensteuern.

Wie finde ich als Mama mehrerer Kinder überhaupt Zeit für die Rückbildung?

Oft hilft schon eine feste Stunde in der Woche, in der der Papa, die Großeltern oder eine andere Vertrauensperson auf die Kleinen aufpasst. Diese eine Stunde für dich ist gut investiert – auch wenn sich das mit mehreren Kindern im Alltag erst mal wie ein Luxus anfühlt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert